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FAQ zum Thema "Problempferde"


Ich habe ein oder mehrere Probleme mit meinem Pferd und weiss nicht, wie ich sie in den Griff bekommen soll. Was soll ich machen?

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Problemquellen: Entweder das Pferd entschliesst sich aus verschiedensten Gründen, nicht zu kooperieren. Dann sprechen wir von "unterwünschten Verhaltensweisen". In diesem Fall gilt es festzustellen wo das Problem wurzelt (Schmerz, Angst, Unsicherheit, fehlende Grunderziehung, unpassender Sattel, u.v.m.) und dieses zu beheben.

 

Die zweite Art Pferdeprobleme entsteht, wenn die ethologischen Bedürfnisse des Pferdes ungenügend befriedigt werden. Wenn Pferde nicht artgerecht gehalten und behandelt werden, können sie als Folge ihres Bedürfniskonfliktes sogenannte "Verhaltensstörungen" entwickeln. Oftmals werden wir erst dann auf eine Verhaltensänderung des Pferdes aufmerksam, wenn auch wir Menschen darunter zu leiden beginnen. Verhaltensstörungen (Koppen, Weben, Barrenwetzen usw.), welche für uns Menschen i.d.R. ungefährliche Konsequenzen haben verdienen aber genauso unsere Aufmerksamkeit wie die unerwünschten Verhaltensweisen wie Beissen, Schlagen, Buckeln, usw.

 

Durch ein gezieltes Training können die meisten unerwünschten Verhaltensweisen korrigiert werden, während für Verhaltensstörungen, einmal stereotyp geworden, wenig Therapiemöglichkeiten bestehen. Eine Optimierung der Haltungsbedingungen ist aber in jedem Fall unumgänglich!

 

Als erstes gilt es also zu unterscheiden, ob DU mit deinem Pferd ein Problem hast weil sich dein Pferd nicht an euren Arbeitsvertrag hält, oder ob dein PFERD ein Problem mit seinem Leben oder dir als Reiter/Besitzer hat.

 

In beiden Fällen empfehle ich dir, mit mir einen Termin zu vereinbaren damit wir gemeinsam der Sache auf den Grund gehen können!

 

 



Was kann ich von einem Termin mit einem Pferdeverhaltenstherapeuten erwarten?

Meine Dienstleistung als Pferdeverhaltenstherapeutin:

Ich diagnostiziere anhand einer gründlichen Untersuchung und einer detaillierter Befragung und Bestandesaufnahme bei dir im Stall Art und Ursprung des Problems. Zusammen mit dem Kunden wird ein entsprechender Therapieplan erarbeitet und umgesetzt.

 

Um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu erzielen, braucht es die unbedingte Bereitschaft und Geduld des Reiters/Pferdebesitzers, den erarbeiteten Trainingsplan konsequent (und oftmals auch über einen längeren Zeitraum) weiter zu führen. Unter diesen Voraussetzungen und einer möglichst artgerechten Pferdehaltung können i.d.R. die Probleme beseitigt werden und sich die Pferde innert kurzer Zeit zum Positiven entwickeln. 

 

Ist der Kunde bereit, sich auf die Korrekturmassnahmen einzulassen steht einem Erfolg nichts mehr im Wege. Bis dahin ist es dann nur noch eine Frage der Zeit und des Könnens. Wie viel Zeit Mensch und Pferd brauchen um beim Therapieerfolg anzukommen ist sehr unterschiedlich.

 

Der Weg dahin lohnt sich und ein Versuch ist es immer wert!



Warum können Verhaltensstörungen fast nicht therapiert werden?

Eine Verhaltensstörung entsteht in der Regel aufgrund einer nicht pferdegerechten Haltung und entwickelt sich (abgesehen von einer Initialtraumatisierung) meist über einen längeren Zeitraum. Zu Beginn versucht das Pferd sich den nicht adäquaten Bedingungen so gut wie möglich anzupassen und mittels Übersprungshandlungen seinen "Stress", der beispielsweise durch zu wenig Bewegungsmöglichkeiten oder zu lange Abstände zwischen den Fütterungszeiten entsteht, abzubauen.

Einmal etabliert und stereotyp geworden verursachen diese Verhaltensanomalien eine strukturelle Veränderung im Belohnungszentrum des Gehirns, weshalb sie auch residualreaktiv d.h. nicht mehr therapierbar sind. Freigesetzte Botenstoffe verschaffen dem Pferd durch die repetierende Aktivierung (ähnlich einer Droge) Erleichterung und helfen, jede Art von Stress nun mittels der stereotypen Handlung besser bewältigen zu können.

Eine typische reaktive Verhaltensstörung ist das Koppen. Typisch für diese sogenannte Stereotype ist, dass sie - einmal etabliert - aus oben genannten Gründen nicht mehr vollständig wegtherapiert werden kann. Das Verhalten kann sich zwar nach einer Verbesserung der Haltungsbedingungen verbessern, wird aber bei jeder Art von positiver oder negativer Aufregung wieder gezeigt. 



Ist koppen ansteckend?

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist die häufig auftretende Verhaltensstörung Koppen NICHT ansteckend. Das Koppen ist ein zu komplexer Vorgang um nachgeahmt werden zu können. Ursache für mehrere koppende Pferde im selben Stall sind die inadäquaten Haltungsbedingungen, die ungenügend auf die ethologischen Bedürfnisse des Pferde eingehen und somit einen nicht kompensierbaren Bedürfniskonflikt verursachen, was letztlich zu der Verhaltensstörung führt. Eine Theorie besagt, dass v.a. lange Abstände zwischen den Raufuttergaben zu Veränderungen in der Magenschleimhaut führen kann, was das Koppen begünstigt.

Koppriemen können die Handlung an sich zwar verhindern, erzeugen beim Pferd aber eine unzumutbare psychische (und möglicherweise auch körperliche) Belastung, da ihm dadurch seine erlernte Coping-Strategie zur Stressbewältigung genommen wird (oder eine Entlastungsmöglichkeit für die übersäuerte Magenschleimhaut). Die Folge davon sind immense psychische Schäden bis hin zur erlernten Hilflosigkeit und Apathie (und gemäss neusten Erkenntnissen auch Magengeschwüre).